Zauber der Liebe: Die Poesie der Andrea Detka

von Mona May

Da hat sie sich mutig eines Themas angenommen, über das schon viele vor ihr geschrieben haben; ein Thema, das aus dem Stoff der großen Dramen besteht und das uns alle in der einen oder anderen Art bewegt: die Liebe.

Das ist wahrlich eine große Herausforderung, denn der romantische Blick auf die Liebe ist immer auch ein verklärter oder ein verklärender und von daher all zu gerne oft als künstlerisches Sujet verpönt. Und dennoch gelingt es ihr, uns mit ihrem lyrischen Facettenreichtum, geschickt zu verführen, sodass wir uns auf ihre tief empfundenen Worte einzulassen und uns ihnen hinzugeben beginnen.

Je mehr wir uns einlassen, umso mehr erliegen wir dem Zauber ihrer Wortschöpfungen und wagen es vielleicht sogar vorsichtig unsere Herzen für diese liebevolle Berührung zu öffnen.

Facetten der Liebe

In Zeiten, wie diesen, tut diese Öffnung unendlich gut. Sie ist wie eine Rückbindung an das Wesentlichste im Leben und erinnert uns an die Ursprünge unseres Seins, denn was und wo wären wir ohne Liebe?

Freilich thematisiert die Autorin Andrea Detka in ihren Gedichten nicht nur die schönen und erhabenen Momente der Liebe, sondern auch, wie schmerzhaft sie sich im alltäglichen Getriebe äußern kann und wie verwundbar wir uns durch sie fühlen können.

Wobei es immer zu unterscheiden gilt, von welcher Art der Liebe wir sprechen, geht es um eine Zweierbeziehung oder um die Liebe zu Freunden oder um eine höhere, eine alles verbindende Liebe, die wir einfach zum Leben oder seiner Natur empfinden.

Wie auch immer, in Zauber der Liebe begegnen wir etwas, das ich das Menschliche der Liebe nennen möchte und das uns einen tröstenden, wärmenden Mantel aus Worten umlegt.

Engel der Liebe

Fühl die Zärtlichkeit,

mit der er dich mit seinen Flügeln sanft umhüllt.

Fühl die Liebe,

die du spürst, wenn du deinen Kopf an seine Brust schmiegst

und dem Rhythmus seines Herzschlags lauschst.

Fühl die Wärme seiner Haut,

und lass dich fallen in die unbeschreibliche Geborgenheit

seiner Umarmung.

Fühl die Kraft, die Stärke, den Schutz,

die Magie und die Liebe, die er dir zu geben vermag.

Sie sind Geschenke von unschätzbarem Wert.

Engel der Liebe,

es gibt sie wirklich- du musst nur dein Herz öffnen,

dann wirst du ihnen begegnen.

© Andrea Detka

Aber sie konfrontiert uns in ihrem Gedicht „Manchmal nachts“ auch mit unseren tiefsten Sehnsüchten, mit dem Verlangen nach etwas Verbotenem, mit unseren zitternden Erwartungen und unserem Wissen, dass unser Sehnen oft illusionär und unstillbar bleibt. Sie führt uns mit klaren Worten vor Augen, was wir gerne vor uns selbst und den anderen verbergen möchten und doch schon erahnen, nämlich, dass wir eine herbe Enttäuschung erleben werden und wir dennoch nicht anders können, als unserer Hoffnung nach Erfüllung zu erliegen.

Manchmal nachts

Manchmal nachts,

wenn die unaufhörlich kreisenden Gedanken

mich nicht schlafen lassen,

weil ich diese unbändige Sehnsucht in mir spüre,

wünschte ich mir, du wärst bei mir.

Manchmal nachts,

wenn die Sehnsucht nach dir mich so sehr verzehrt,

dass ich vor Aufregung kalte Füße bekomme,

wünschte ich mir, ich könnte mich ganz eng an dich kuscheln.

Manchmal nachts,

wenn mein Herzschlag den deinen so sehr vermisst,

dass ich fürchte, zu sterben, wünschte ich mir,

deine Lippen auf meinen zu spüren,

unsere Münder zu heißen Küssen vereint.

Manchmal nachts,

wenn sich die Tränen der Hoffnungslosigkeit ihren Weg

über meine Wangen bahnen, weil ich weiß,

dass nicht sein kann, was nicht sein darf,

wünschte ich mir so sehr, dass du mich in deine Arme nähmst,

mich nie mehr losließest und wir für den Rest unserer Tage,

Seite an Seite, diese Liebe leben könnten.

Manchmal nachts bist du mir ganz nah …

Aber: Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Manchmal nachts …

© Andrea Detka

Gemeinsam mit dem bildenden Künstler Hermann Margotti, dessen Bilder sie von Anfang an absolut beeindruckt und fasziniert haben, wie sie sagt, ist ihr ein besonderes und rares Werk zugleich geglückt.

Obwohl die Farb- und Formgewalt der Bilder durch ihre Intensität auf den ersten Blick fast irritierend, beinahe verstörend wirken. Bei näherer Betrachtung jedoch schaffen sie einen fesselnden, spannenden und lebendigen Kontrast zu den „feinfühligen“ Gedichten der Autorin Andrea Detka.

Es ist unschwer erkennbar, dass Hermann Margotti seine unverwechselbare, ganz eigene Bildsprache entwickelt hat, wer seine Werke dennoch einem Stil zuordnen will, wird sie wahrscheinlich am ehesten in der Nähe der Pop-Art angesiedelt sehen.

Beide verband von Beginn an ihre große Liebe zur Kunst, was sich in einer großen gegenseitigen Wertschätzung äußert und die in einer wunderbaren Freundschaft mündete.

Andrea Detka erzählt mir: „Als die Idee in mir reifte, meine Gedichte und seine Arbeiten gemeinsam in einem Buch zu veröffentlichen, war Hermann sofort davon begeistert und unterstützte mich bei diesem Vorhaben in jeder Hinsicht. Ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mein Projekt von Anfang an so enthusiastisch mitgetragen und mich dazu ermutigt hat. Seine Arbeiten verleihen dem Gedichtband erst seine Einzigartigkeit und machen ihn komplett.“

Was gibt es noch über Hermann Margotti zu sagen?

Der Künstler ist 1967 in Österreich geboren und lebt in Pfarrwerfen (A). Bereits im Alter von zwei Jahren zeichnete er die „Bischofsmütze“ des heiligen Nikolaus in allen möglichen Größen und entdeckte schon voller Freude so früh das dreidimensionale Gestalten.

Während der Schulzeit entwickelte er in Bezug auf das Zeichnen und Malen seine eigene Handschrift, was ihm sogar Auftragsarbeiten von seinen Mitschülern eintrug. Hermann Margottis Triebfeder ist eine unbändige Neugier, wobei er immer gleichzeitig sein eigener Lehrer und Schüler war.

Auch wenn sich Hermann Margotti nach Beendigung seiner Lehrzeit und des Präsenzdienstes entschloss im Heeresdienst zu verbleiben, blieb ihm die Muse immer treu. So hat er, weil die Malerei seine große Liebe und Leidenschaft ist, nach und nach sein malerisches Talent zu einem eigenen Stil weiterentwickelt.

Die Autorin Andrea Detka, die am 08.11.1971 in Oschersleben/Bode in der damaligen DDR geboren wurde, gewährt uns in dem folgenden Interview Einblick in ihren biografischen Background:

Mona May: Möchtest du uns ein wenig über deine Kindheit und Familie erzählen und wie du aufgewachsen bist?

Andrea Detka: Ja gerne, also ich bin als Einzelkind aufgewachsen und hatte eine erfüllte und wohlbehütete Kindheit. Meine Mutter war aufgrund ihrer Berufsausbildung zur Schauwerbegestalterin und Floristin, immer sehr kreativ und bastelte mit mir gemeinsam für den Heimatkundeunterricht oder für andere Schulprojekte, stets tolle Sachen. Es war so manches Exponate dabei. mit dem ich dann immer einen glanzvollen Auftritt hatte.

Gerne erinnere ich mich an meine vielen Kindergarten- und später Schulfreunde_innen. Wie alle Kinder damals verbrachte auch ich meine Freizeit überwiegend in der Natur oder auf dem Spielplatz, um mit anderen Kindern zu spielen. Im Sommer haben wir oft Volleyball, Völkerball oder Verstecken gespielt, sind zum Schwimmen in die Badeanstalt gefahren oder sind auf den Bäumen herumgeklettert. Im Winter waren wir, bis die Hosen an uns steifgefroren waren und wir uns kaum mehr bewegen konnten, draußen und sind Schlitten gefahren oder haben eine Schneeballschlacht gemacht.

MM: Wann bist du mit dem Schreiben und deiner Liebe zur Kunst in Berührung gekommen?

AD: Och, ich entdeckte meine Liebe zu Büchern sehr früh. Meine Mutter erzählte mir, dass ich sämtliche Verse aus einem Kinderbuch mit dem Titel „Der Apfelbaum“ aufsagen konnte, wenn man mir die entsprechenden Seiten des Buches zeigte, kaum dass ich sprechen konnte.

Und sobald ich dann lesen konnte, habe ich alles Literarische förmlich verschlungen. Später habe ich begonnen Kurzgeschichten und kleine Theaterstücke zu schreiben. In der Schule war ich auch in einer Kabarett-AG. Meine Musiklehrerin hat meine Freundin und mich schon in jungen Jahren des Öfteren zu Theateraufführungen (Operette, Oper, Musical) ins Stadttheater Halberstadt mitgenommen. Das waren echte Highlights für uns, und wir haben dieses Privileg seinerzeit sehr genossen. Auch später in der Berufsschule, während meiner Ausbildung zur Bibliotheksassistentin, wurde ich immer ausgewählt, wenn es darum ging, zu einem besonderen Event an der Schule, ein Kulturprogramm auf die Beine zu stellen.

MM: Das heißt, du warst eine richtige Leseratte, gibt es Schriftsteller_innen, die es dir besonders angetan haben?

AD: Ja, ich habe alles querbeet gelesen. Lieblingsschriftsteller_innen im eigentlichen Sinne habe ich keine, dennoch gibt es einige Werke, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Dazu gehört zum einen Ernest Hemingway mit seinen wohl berühmtesten Erzählungen „Der alte Mann und das Meer“ und „Schnee am Kilimandscharo“ oder mit seinen unzähligen Kurzgeschichten. Bei ihm mag ich seinen klaren, schnörkellosen Schreibstil. Er konnte mit wenigen Worten, ohne große Sentimentalität in seine Texte einfließen zu lassen, brillante Geschichten erzählen.

Zum anderen mag ich die Gedichte von Mascha Kaleko sehr, sehr gerne, in ihnen schwingt immer ein Hauch Ironie mit. Und dennoch sind sie voller Melancholie und Witz. Diese Mischung macht ihre Gedichte so besonders.

Als Künstlerin schwer beeindruckt hat mich die zauberhafte Frida Kahlo, deren Lebensgeschichte ich so unfassbar phänomenal finde. Ihre unglaubliche Stärke, ihren Mut zur Emanzipation in der damaligen Zeit, ihr Weltbild, ihre faszinierende Persönlichkeit und ihr künstlerisches Vermächtnis, all das habe ich immer bewundert.

MM: Wie würdest du dich beschreiben, wenn ich dich bitte, mir ein wenig über dich als Mensch und als private Person zu erzählen?

AD: Ich bin eine unerschütterliche Optimistin und glaube immer an das Gute im Menschen. Ich denke, ich kann zu Recht behaupten, dass ich durch und durch ein Herzensmensch bin. Meine familiären Verbindungen und Freundschaften sind mir sehr wichtig und darum pflege ich diese auch regelmäßig und mit viel Freude.

Neuem gegenüber bin ich stets aufgeschlossen, ich liebe Menschen und Tiere gleichermaßen und setze mich für deren Wohl ein. Ich liebe diese wunderbare Erde, auf der wir leben dürfen und hoffe, dass sie in ihrer Schönheit auch für die nachfolgenden Generationen so lebenswert erhalten bleibt.

Neben meiner Arbeit nutze ich jede freie Minute, um in der Natur zu sein. Ich streife liebend gerne durch unsere Harzwälder, die zu jeder Jahreszeit eine besondere Augenweide sind und die mich immer wieder erden. Diese Spaziergänge sind für mich ein willkommener Ausgleich zu meiner Bürotätigkeit. Ich genieße die Stille und die unglaubliche Schönheit der Natur. Der Wald ist meine Energietankstelle und meine Inspirationsquelle gleichermaßen.

MM: Hast du ein Anliegen beziehungsweise eine künstlerische Botschaft, die dir wichtig ist?

AD: Ja, ich möchte alle Leser_innen erreichen, die sich für Gedichte und Malerei interessieren. Mein Herzenswunsch ist es, ihnen nahebringen zu dürfen, wie wunderbar sich Sprache und Malerei miteinander vereinen lassen. Ich möchte zeigen, dass auch mit Worten Geschichten gemalt werden können und in welch genialer Weise diese Geschichten durch die Arbeiten eines begnadeten Malers, wie Hermann Margotti einer ist, verstärkt und perfektioniert werden.

Und vor allem möchte ich mit meinen Gedichten Menschen verzaubern. Ich möchte sie einladen, sich mit mir auf die Reise durch die verschiedenen Facetten der Liebe zu begeben. Und ich möchte die Leserinnen und Leser, die vielleicht auch Gedichte oder Geschichten schreiben und sich bisher nur nicht getraut haben ermutigen, zu ihrer Passion zu stehen, ihre Leidenschaft zu leben, für das, wofür sie „brennen“, einzustehen, an sich zu glauben und sich den Traum zu erfüllen, ihre Herzensprojekte, so wie ich es mit „Zauber der Liebe“ getan habe, zu verwirklichen.

MM: Was für ein schöner Gedanke, viele Menschen fühlen sich nur leider so von ihrem Alltag und Beruf vereinnahmt, sodass sie sich von ihren Träumen weit entfernt haben. Du bist ja auch berufstätig, wie schaut dein beruflicherAlltag aus?

AD: Momentan arbeite ich im Büro einer Naturheilpraxis mit Schwerpunkt auf Ayurveda und Kalari (das ist eine alte indische Kampfkunst). Da ich mich schon immer für alternative Heilmethoden interessierte und eine Ausbildung zur Bachblütenberaterin absolviert habe, hat mich diese Tätigkeit angesprochen. Ich mag die vielfältige Arbeit dort. Den täglichen Umgang mit Menschen und dass kein Tag so ist, wie der andere, sondern immer neue Herausforderungen auf mich warten. Das finde ich absolut spannend. Zuvor habe ich fast elf Jahre lang in einer Buchhandlung gearbeitet, die von der Inhaberin aus Altersgründen aber geschlossen wurde.

MM: Wie entstehen deine Gedichte und deine Geschichten? Benötigst du eine bestimmte Atmosphäre oder fließt es einfach aus dir heraus?

AD: Meine Gedichte und Geschichten fließen einfach so aus mir heraus, wobei die spezifischen Themen von allein zu mir finden. Ich setze mich nicht gezielt an den Laptop und schreibe, sondern es bedarf immer einer gewissen Inspiration oder eben eines inneren Verlangens, etwas, das in meinen Gedanken gereift ist, unbedingt aufs (virtuelle) Papier bringen zu wollen. So sind manche Gedichte und Geschichten sogar schon während einer Waldwanderung entstanden. Wieder andere kommen mir abends plötzlich in den Sinn, sodass ich sie einfach aufschreiben muss. In meinen Gedichten und Geschichten treffen Fiktion und Realität aufeinander – das heißt, meine Gedichte und Geschichten entstehen aus Selbsterlebtem und -erfahrenem und aus im Alltag Beobachtetem.

MM: Corona und die Pandemie waren ja für uns alle ein ziemlicher Schrcck, wie erlebst du diese Zeit?

AD: Die Corona Pandemie beziehungsweise deren Beginn war zunächst wie ein Horrorszenario, wie man es nur aus Science-Fiction Filmen kennt. Und natürlich war das irgendwie eine bedrohliche Situation, die man so noch nie zuvor erlebt hatte. Doch mit der Zeit ließ ich mich von der manches Mal doch recht konfusen Berichterstattung der Medien nicht mehr verrückt machen. Ich versuchte und lernte mich auf die Situation einzustellen und damit zu leben. Mein Ruhepol und meine Krafttankstelle in dieser merkwürdigen Zeit war und ist nach wie vor die Natur. Und ich habe diese Zeit auch kreativ genutzt und meine Gedichtsammlung, die über viele Jahre entstanden ist, mit dem Gedanken ein Buch zu veröffentlichen geordnet.

MM: Und hier kommt nun schon meine letzte Frage: Arbeitest du mit einem „fixen“ Verlag zusammen und wenn ja, mit welchem?

AD: Würde ich nach Zauber der Liebe wieder ein Buch herausgeben wollen, dann nur über den Verlag art of arts. Ich habe in Silvia J. B. Bartl, die eine wunderbare Verlegerin und meine Wunscherfüllerin ist, eine kongeniale Partnerin für mein „Buchbaby“ gefunden. Ohne ihre professionelle Hilfe, Geduld und ihre gestalterische Kreativität, hätte ich mein Herzensprojekt nicht realisieren können. Ich bin Silvia unendlich dankbar. Sie ist, wie ich, ein Herzensmensch. Ich fühlte mich von Anfang an bei ihr und in ihrem Verlag total gut aufgehoben.

Nähere Infos:

Website: www.andreadetka.webnode.com

Facebook: https://www.facebook.com/andrea.detka

Instagram: https://www.instagram.com/andreadetka

www.margotti-art.at

Facebook: https://www.facebook.com/hermes48

 

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Author: Mona May

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