METEOR: Wo der Witz einschlägt


Vom 10. bis zum 14. September bietet sich die Gelegenheit die Weltpremiere des Stückes <space><escape> der Kabarettgruppe METEOR im Wiener Theater Experiment zu erleben. Dabei handelt es sich um die Geschichte zweier Brüder, die gemeinsam mit ihrem Vater auf einem unheimlichen Alien-Raumschiff gefangen gehalten werden. Ihnen gelingt zwar die Flucht, doch dabei enden sie in einer fernen Galaxie bei einer unberührten Zivilisation. So beginnt eine skurille Heldenreise mit Antihelden, wie Rafael Witak, Mitbebegründer von METEOR es ausdrückt.

Eigeninitiative

Witak erzählt uns auch ein bisschen mehr über die Wiener Kabarettgruppe: „Direkt nach der Ausbildung hatte ich mehrere Jahre kaum Engagements, da habe ich dann mein eigenes Ding mit meinem Verein METEOR gestartet. Als fast Arbeitsloser hab ich mir so die Möglichkeit gegeben, meine Zeit kreativ zu nutzen und weiter in meinem Beruf tätig zu bleiben, auch wenn gerade keine Angebote da waren. Später kamen dann immer mehr Engagements dazu, irgendwann wird es dann aber einfach zu viel und man muss sich entscheiden, wo die eigenen Prioritäten liegen.“

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Humorkollektiv

Neben Rafael Witak zählen Alexander Nowotny, Thomas Bauer und Dominique Reitinger zu den Gründüngsmitgliedern. Erweitert wurde die Truppe noch um Solo-Kabarettistin Isabelle Meili und Musicaldarstellerin Dominique Lösch. Bei der Erarbeitung von Stücken wird basisdemokratisch gearbeitet. „METEOR hat die konkreten Anforderungen, dass alle Mitglieder schauspielerische und musikalische Fähigkeiten mitbringen, einen ähnlichen Humor teilen und an einer sehr langfristigen, peniblen Arbeit an eigenen Projekten interessiert sind, ohne damit unbedingt viel zu verdienen. Das schränkt die potentiellen Mitglieder ziemlich ein. Trotzdem waren wir 2012 immerhin drei Männer und zwei Frauen, die sich zu dem Projekt METEOR bekannt haben.“

Gut Ding braucht Weile

Der geringe Output, den METEOR bisher vorzuweisen hat, erklärt sich dadurch, dass alle Mitglieder auch Soloprojekte verfolgen, aber vor allem durch die sehr spezifische Arbeitsweise. Rafael Witak erklärt uns den Prozess: „Bei METEOR kommt nur aufs Papier beziehungsweise auf die Bühne, wovon wir alle begeistert sind. Das macht den Schreibprozess natürlich sehr langwierig, aber nur durch die Inputs aller Beteiligten wird das Endprodukt so dicht und facettenreich, wie man es von uns kennt. Trotzdem – bis ein Programm steht, vergehen Monate oder sogar Jahre. Als wir uns fanden war sehr schnell klar, dass unser erstes Programm unseren erbarmungslos schwarzen Humor und die unbändige Experimentierfreude widerspiegeln sollte, und so entstand die „Moralische Geisterfahrt“, die wir bis heute immer wieder spielen.“


Wider der Norm

Die Moralische Geisterfahrt ist eine Art Sketch-Show, die jeglicher Definition trotzt. Denn in einer wilden Kostüm- und Requisitenschlacht wird das Publikum mit unterschiedlichen Sketch-Konzepten bombardiert, während über fünfzig handgemalte Blätter eines Flipcharts zugleich Überschrift, Kontext und Bühnenbild bieten. „Und genauso unterschiedlich wie der Inhalt sind auch die Lacher des Publikums, vom heiteren Schenkelklopfer zwischendurch über den einsamen Auflacher aus der letzten Reihe bei einer besonders subtilen Pointe bis hin zum herzlichen Lachen, das im Hals stecken bleibt, weil man darüber doch eigentlich gar nicht lachen wollte. Kurz, jeder Humor kommt auf seine Kosten, “ so Witak.

<space><escape>

Was das neue Stück <space><escape> zu bieten hat, lässt sich wohl nur rausfinden, wenn man es mit eigenen Augen sieht. Noch bis zum 14. September wird es im Theater Experiment ab 19:30 Uhr gespielt. Der Eintrittspreis beträgt € 19, ermäßigt € 17. Karten können unter kabarettmeteor@gmail.com reserviert werden.

 

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Author: Christian Handler

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