Christine Schinner: Im Epizentrum der Stille

Ich habe heute wieder einmal die besonders große Freude, eine außergewöhnliche Künstlerin und ihr umfassendes Werk vorstellen zu dürfen: die bildende Künstlerin Christine Schinner, die gleichsam mit den Wölfen, wie mit der Stille tanzt.

Gut Ding will Weile haben

Beginnen wir mit dem Biografischen: Die 1947 in Wien geborene Künstlerin verbrachte schon als Kind viele Stunden mit dem Zeichnen und Malen, später fand sie jedoch durch den Beruf und die Familie zu ihrem Leidwesen kaum mehr Zeit dafür. Und so begann sie sich erst nach Beendigung ihrer beruflichen Laufbahn voll und ganz der Malerei zuzuwenden. Mit knapp fünfzig Jahren absolvierte sie mehrere Kunstkurse, belegte dann einen Diplomkurs in der Mal-Akademie Stockerau bei Frau Mag.(FH) Roswitha A. Eisenbock, den sie nach drei Jahren Ausbildung erfolgreich mit einem Diplom abschloss. Es folgte ein intensive Weiterbildung bei der Malerin Claudia Heiden (A) und in verschiedenen Workshops.

 

 

Die Ausstellungsliste von Christine Schinner, seien es Gemeinschafts- oder Einzelausstellungen, ist beachtlich; zu den österreichweiten und Wiener Ausstellungen gesellen sich internationale Ausstellungen in Deutschland, Italien und der Schweiz dazu. Mit ihrem Bild “Liebe ist … “ nahm sie 2020 bei einer der weltweit größten Ausstellungen anlässlich des fünfhundertsten Todestages des italienischen Malergenies Raffael (1483 – 1520 n. Chr.), die in Rom stattfand, teil und erhielt im Dezember 2020 prompt den begehrten Internationalen Kunstpreis „Raffaello Canova“. Ein Detail am Rande: die Ausstellung wurde im März 2020 eröffnet und musste schon nach drei Tagen wegen COVID 19 geschlossen werden, konnte dann aber vom 2. Juni bis zum 30. August 2020 geöffnet und besucht werden.

 

Kraft in der Stille

Was ist nun das Außergewöhnliche und das Faszinierende an der künstlerischen Arbeit von Christine Schinner? Nun, ich würde sagen: Wir begegnen in den Werken von Christine Schinner der Urkraft der Stille. Ihre Bilder verbreiten eine Aura des Friedens und der inneren Ruhe, fast zwingen sie uns in eine meditative Innenschau. Und doch ist da nichts Statisches, alles bewegt sich und vibriert in einer unbändigen und doch stillen Lebendigkeit. Es sind diese Farben und Formen, die so weich und zart ineinander über fließen, die sich, dabei so sanft schwingend, in den weißen Grund hineinschmiegen, so als hätten sie sich aus seiner unberührten Tiefe selbst hervorgebracht, die mich staunend innehalten und zur Ruhe kommen lassen.

 

Es ist, als wäre das, was Christine Schinner im Außen wahrnimmt, eine Entsprechung ihrer inneren Wirklichkeiten, die im kreativen Prozess hochgespült werden, um sich direkt in ihre Bilder zu ergießen. So fühlt es sich zumindest für mich beim Betrachten ihrer Werke an. Dabei ist aber nichts Spekulatives in ihren Bildern, nichts, das mich in eine Welt hineinzwingen wollen würde, in die ich nicht bereit bin, freiwillig einzutauchen. Das gibt mir das Gefühl der Freiheit und so entspanne ich mich und die bereits oben beschriebene Ruhe beginnt sich in mir auszubreiten, was ich sehr genieße. Nicht, dass ich nicht auch Kunst sehr zu schätzen wüsste, die mich aufwühlt, die an meinen Wunden rührt und mich in eine suchende Bewegung hineinstößt, aber hier darf ich ruhen und den eigenen inneren Trubel einen Moment lang vergessen, um dann weitergehen zu können – erfrischt und belebt von den vielen Impressionen, die ich sammeln durfte.

 

Und was verrät uns die Künstlerin Christine Schinner über sich selbst und über ihren künstlerischen Zugang?

Malen ist für mich zum einen emotionales Erleben, das in Farbexplosionen seinen Ausdruck findet und zum anderen immer wieder die Begeisterung für Neues. Die Quelle meines künstlerischen Schaffens ist die Natur, in der ich mich stundenlang aufhalten kann, um sie zu durchstreifen und dabei die Gerüche, die Geräusche und die vielfältigen Farben regelrecht in mich aufzusaugen. Das ist pure Inspiration für mich, aber es sind auch die Menschen und die Beobachtungen ihrer alltäglichen Handlungen, die mich sehr inspirieren und anregen.

Ich bin ja generell ein sehr neugieriger Mensch und gehe immer mit offenen Augen durchs Leben, dabei liebe ich Experimente und das Ausprobieren neuer Maltechniken, aus denen häufig die wunderbarsten Arbeiten hervorgehen. Und ich hatte das große Glück eine sehr tolle Lehrerin zu haben, die mich immer aufforderte neugierig zu bleiben und mir selbst keine Grenzen aufzuerlegen, was meinem Naturell sehr entgegenkam.

Es macht mir große Freude mein künstlerisches Betätigungsfeld als beinahe unbegrenzt zu erleben, indem ich immer wieder neue Maltechniken ausprobiere, obwohl ich am liebsten auf Leinwand mit Acryl oder Ölfarben male, aber auch Pastellkreide ist ein wundervolles Medium, wenn es zum Motiv passt.

Als naturverbundener Mensch fasziniert mich am meisten die unglaubliche Vielfalt von Landschaften, auch die unterschiedlichen Stimmungen eines Tages und wie sich das Licht ständig verändert, reizen mich sehr und natürlich nicht zu vergessen, das Meer in seiner ganzen Unergründlichkeit und Schönheit, darum sind das auch die bevorzugten Motive meiner Bildern.“

 

 

Auch die renommierte Kunstkritikerin Marta Lock bringt uns das Schaffen und das Werk von Christine Schinner näher. Sie schrieb in einem Artikel über die Künstlerin Folgendes:

Marta Lock über Christine Schinner:

“Für die Protagonistin bedeutet das Malen, einen Weg der Meditation zu gehen, der das Bedürfnis befriedigt, durch die Betrachtung der Natur mit sich selbst und ihrem tiefsten Selbst in Kontakt zu treten. Die österreichische Künstlerin Christine Schinner, die nach einem völlig anderen Lebensweg zum künstlerischen Ausdruck kam, zieht es vor, in der Landschaft ihrer Bilder, intime, persönliche Emotionen und Empfindungen zu erzählen, voller Stimmungen, die nicht laut herauskommen müssen. Ganz im Gegenteil, ihr bildlicher Ansatz ist langsam, meditativ und eindrucksvoll, gerade wegen der reflektierenden Ruhe, die denjenigen eingeflößt wird, die ihre Kunstwerke betrachten.

 

Jeder Ort, jeder Blick oder jedes Naturereignis, das von Christine Schinner beschrieben wird, scheint in Stille gehüllt zu sein, in jene Ruhe, die denen gehört, die in der Lage sind, die Realität und die Ereignisse des Lebens mit Gelassenheit und entzückter Kontemplation zu beobachten. Fast so, als würde das, was der Blick einfängt, ein Hinweis auf die innere Reflexion sein, als würde das Gefühl mit dem Bild übereinstimmte, um tiefer in das intime Universum eindringen zu können, das den äußeren Schutz benötigt, um sich manifestieren und um Bewusstsein erlangen zu können.

Trotz der Tatsache, dass sie in ihrem Malstil der beobachteten Realität treu bleibt, tendiert die Künstlerin in ihrer Farbwahl eher zum Expressionismus als zum Realismus. Diese intensiven und lebendigen Töne stimmen viel mehr mit den Empfindungen und der Emotionalität überein, als mit dem, was sie natürlicherweise haben sollten, wodurch sich aber Schinners grundlegende Verbindung zwischen dem Äußerem und dem Inneren zu einem inneren Gleichgewicht erweitert.”

Ausstellungen

Allen, die jetzt neugierig geworden sind, und die sich näher mit dem Werk von Christine Schinner auseinandersetzen und sich diesen Kunstgenuss nicht entgehen lassen wollen, denen empfehle ich, eine ihrer nächsten Ausstellungen zu besuchen oder sich online schlau über sie und ihr Werk zu machen.

Gelegenheiten dazu gibt es einige:

  1. Im ArtHotel Vienna, 1050 Wien, Vernissage am 20.04.2021, Titel der Ausstellung: „Kleine Erotik“

  2. In Kopenhagen, Internationale Art Exhibition in Gallery Sapiere Aude, Vernissage ist am 14.05.2021, Ausstellungsende 03.06.2021

  3. Eine laufende virtuelle Ausstellung, Art Gallery Adriana Salon Golden Garden über den Youtoube Kanal

  4. Im Februar werden im italienischen Fernsehen über ad-art libero ihre Werke vorgestellt und zum Verkauf angeboten

Nähere Infos:

www.christines-artstudio.at

https://www.facebook.com/christines.keramik/

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Author: Mona May

2 thoughts on “Christine Schinner: Im Epizentrum der Stille

  1. Liebe Mona,
    ganz herzlichen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Ich hätte mich und meine Arbeiten nicht so toll beschreiben können. Du hast in mein Innerstes gesehen und es in Worte gefasst. Ich bin völlig perplex und Begeistert.
    Mit Freuden werde ich damit Werbung für Dich und mich machen.
    Sei lieb umarmt. Ich freue mich schon sehr darauf DICH persönlich kennen zu lernen.
    Ich wünsche Dir ein wunderbares Wochenende und grüße ganz herzlich
    Deine Christine

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